Vernetzte Gebäude clever ausschreiben

Vernetzte Gebäude clever ausschreiben

Gebäudeautomation bedeutet unter anderem, dass die einzelnen technischen Komponenten eines Gebäudes miteinander kommunizieren, um jederzeit bedürfnisgerecht und effizient zu funktionieren. Die vier Kapitel des Normpositionen-Katalogs zur Gebäudeautomation unterstützen die Planer dabei, bedürfnisgerechte und effiziente digitale Ausschreibungen zu erstellen.

Wenn keine standardisierten Ausschreibungstexte zur Verfügung stehen, müssen die Planer eigene Texte formulieren. Für die Unternehmer hat dies zur Folge, dass sie unterschiedlich strukturierte Leistungsverzeichnisse erhalten, und auch für Bauherren ist es schwierig, verständliche und vergleichbare Angebote zu bekommen. Im Falle der Gebäudeautomation heisst das konkret, dass die von einer Anlage effektiv zu erfüllenden Funktionen oft nicht ersichtlich sind. Deshalb wird erst während der Ausführungsphase definiert, was genau zu liefern ist. Solchermassen zustande gekommene Angebote bieten Interpretationsspielraum, der bei Projektänderungen und während der Ausführung immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt.



Standardtexte für mehr Sicherheit
Um diese Situation zu verbessern, hat die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB gemeinsam mit Bauherren, Planern, Herstellern und Lieferanten vier NPK-Kapitel zur Gebäudeautomation erarbeitet. Die standardisierten Textbausteine vereinfachen den Ausschreibungsprozess und schaffen Rechtssicherheit sowie mehr Transparenz. Die Daten können in Papierform – alle vier Kapitel sind in einem Katalog enthalten – oder digital bezogen werden. Der NPK GA ist mit der gängigen Bauadministrations-Software kompatibel, und der Datenaustausch ist über die standardisierte Schnittstelle SIA 451 möglich.

Funktionale Ausschreibungen bedingen ein Umdenken
Der NPK GA bietet dem Anwender auch die Möglichkeit einer rein funktionalen Ausschreibung. Dies zeigt sich im Aufbau der drei Kapitel Managementsystem, Anlagenautomation und Raumautomation. Hier werden in den Abschnitten 200 und 300 die verlangten Funktionen beschrieben. Detailliertere Angaben zu den Einrichtungen und Geräten können in den Abschnitten 400 bis 600 gemacht werden, müssen aber nicht. Das heisst, dass bei einer rein funktionalen Ausschreibung der offerierende Unternehmer selbst entscheiden kann, mit welchen Gerätekombinationen er die gewünschten Funktionen optimal erfüllen und am preisgünstigsten anbieten kann. Anders ausgedrückt: Der NPK GA definiert das «Was», für das «Wie» sind die Unternehmer und Hersteller zuständig. Die Fokussierung auf das Beschreiben der Funktionen erfordert jedoch ein Umdenken und hat somit einen Initialaufwand zur Folge. Demgegenüber stehen aber die deutlichen Vorteile – grössere Transparenz und Genauigkeit beim Beschreiben, weniger Diskussionen und schwer nachweisbare Nachträge.


Gebäudeschnitt gesundes Haus © Illustration Madalina Brebeanu


NPK 781 GA: Allgemeine Arbeiten
Textbausteine für die Beschreibung von allgemeinen Arbeiten, Dienstleistungen, Umfang der zu erbringenden Leistungen, Inbetriebsetzung und Inbetriebnahme. Verweis auf geltende Richtlinien. Textbausteine zur Beschreibung der abzuliefernden Dokumentation, der erforderlichen Instruktion und Schulung, Abnahme, Abschlussarbeiten, Funktionskontrolle sowie Wartung und Betrieb der Anlagen.

NPK 782 GA: Managementsystem
Textbausteine für die Beschreibung, wie die Daten und Informationen aus der Anlagen- und Raumautomation ausgewertet, visualisiert sowie übergeordnet bedient und gesteuert werden.

NPK 783 GA: Anlagenautomation
Textbausteine für die Beschreibung der Automationsfunktionen und -aufgaben innerhalb der Energieerzeugung und -verteilung sowie der raumlufttechnischen Anlagen.

NPK 784 GA: Raumautomation
Textbausteine für die Funktionen für Einzelraum- oder Zonenregelungen, einschliesslich der Automationsfunktionen und -aufgaben der vernetzten technischen Gebäudeausrüstungen wie Beleuchtung, Beschattung, Temperatur, Luftqualität und Überwachung.


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