«Plättli sind unschlagbar»

«Plättli sind unschlagbar»

Katharina Weber | 12. Juli 2018 | Fachwissen

Als eine der führenden Schweizer Händlerinnen für Bauprodukte hat die HG Commerciale einen guten Riecher dafür, welche Produkte besonders gefragt sind. Insbesondere bei Wand- und Bodenbelägen ist das Unternehmen, das Schweizer Baumeister 1899 als Genossenschaft gründeten, Experte. Daniel Küchler, Marketingleiter bei der HG Commerciale, spricht mit uns über die neusten Tendenzen in Bad und Küche.

Dank der heutigen Technik kann Keramik so verarbeitet werden, dass sie optisch kaum von Holz unterscheidbar ist und trotzdem die für den Nassbereich günstigen Eigenschaften von Keramik aufweist. (Bild: HG Commerciale)

Dank der heutigen Technik kann Keramik so verarbeitet werden, dass sie optisch kaum von Holz unterscheidbar ist und trotzdem die für den Nassbereich günstigen Eigenschaften von Keramik aufweist. (Bild: HG Commerciale)

Herr Küchler, die HG Commerciale liefert seit fast 120 Jahren Baumaterialien und bereits seit 50 Jahren Plättli für Küche und Bad. Warum erfreut sich speziell dieses Baumaterial immer noch so grosser Beliebtheit?
Einerseits ist Keramik besonders nachhaltig und widerstandsfähig. Davon zeugen zahlreiche gebrannte Tongefässe, die unsere Vorfahren vor über 15 000 Jahren herstellten und von denen heute noch viele erhalten sind. Damit gehört Keramik zu einem der ältesten Baustoffe überhaupt. Andererseits sind Wand- und Bodenbeläge aus Keramik durch innovative Technologien wandelbar wie kaum ein anderes Material. Der Vielfalt an Farben, Mustern und Formaten sind fast keine Grenzen gesetzt.

Bei den bevorzugten Materialen hat sich offenbar nicht allzu viel geändert. Wie sieht es bei den Farben und Oberflächen aus?
Hier wurden gewaltige Sprünge gemacht. Heute kann man die Keramikrohlinge wie ein Blatt Papier bedrucken und beinahe jedes Motiv auf die Keramikplatte bringen. Es sind Platten erhältlich, die optisch kaum von Parkett oder Naturstein zu unterscheiden sind. Jedoch weisen sie die Eigenschaften von Keramik auf, sodass man zum Beispiel die Holzoptik in den Nassbereich bringen kann. Neben der Optik ist die Platte in den letzten Jahren enorm gewachsen.

Aktueller Trend fürs Badezimmer: anthrazitfarbene Plättli in matter Optik. (Bild: HG Commerciale)

Heute bemessen die grössten erhältlichen Keramikplatten 3,2 x 1,6 Meter. Für die meisten Anwendungen reichen jedoch bereits 2,5 x 1,2 Meter. Dies ermöglicht, in einer Eckdusche oder Duschnische mit einer Breite von 1,2 Meter mit einer einzigen Platte die gesamte Wandfläche abzudecken. Dank der grossformatigen Platten können pflegeleichte, fast fugenlose Wände in vielfältigen Farben gestaltet werden.

Welche Plättli sind besonders gefragt?
Aktuell liegen anthrazit- und beigefarbene Natursteinimitate im Trend. Bei uns in der Schweiz wird eher eine matte Optik bevorzugt, in südlichen Ländern oder in Amerika eher eine glänzende Oberfläche.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde die Küche als hausfraulicher Rückzugsort vom Wohn- und Esszimmer abgetrennt. Heute gilt Kochen als schick, und so erhält die Küche einen prominenten Platz im modernen Wohnen. Wie wirkt sich dieser Trend auf den Bodenbelag aus?
Eine offene Küche soll grosszügig wirken. Um diesen Ausdruck zu unterstützen, sollte man den Raum in möglichst wenige Flächen oder Beläge unterteilen. Keramik bietet die Chance, den Bodenbelag von der Küche nahtlos ins Wohnzimmer und sogar auf die Terrasse oder den Balkon zu ziehen. Die neuen, grossformatigen Keramikplatten ermöglichen ausserdem, die Küchenabdeckung aus der widerstandsfähigen Keramik in derselben Optik wie den Boden zu gestalten. Dies verleiht dem Raum Ruhe und Harmonie.

Keramik lässt sich mit fast jedem Motiv bedrucken. (Bild: HG Commerciale)

Trends haben es häufig an sich, nach ein paar Jahrzehnten wieder aufzuleben. Auf welchen Trend aus Küche und Bad können Sie getrost verzichten?
Nichts gegen Farbe im Badezimmer, es muss nicht immer weiss oder anthrazit sein. Aber auf die braunen, orangen oder olivgrünen Plättli aus den 70er und 80er Jahren kann ich definitiv verzichten. Wenn man einen Raum dennoch spannend und zeitlos gestalten möchte, sollte man besser mit Designelementen Akzente setzen: Zum Beispiel durch einen raumhohen Streifen hinter dem Waschbecken, farbige Elemente beim Vorbau der Toilette oder der Badewannenverkleidung. Hierbei kommen häufig Mosaike zum Einsatz. Diese dürfen auch ausgefallen sein, solange es sich um kleinere Flächen handelt.

In den HGC-Ausstellungen kann der Planer oder Bauherr aus einer beeindruckenden Fülle an Wand- und Bodenbelägen auswählen. Worauf sollte er grundsätzlich achten?

Ein allgemeingültiges Rezept gibt es nicht. Wir gehen heute sehr
individuell auf die Wünsche und Anforderungen der Architekten und Bauherrschaft ein. Entscheidend ist, sich vorab Gedanken über die Eigenschaften der Beläge zu machen. Diese umfassen die Aspekte
wie Nutzung, Optik, Gestaltung oder Pflegeaufwand.
Gerne beraten wir die Bauherrschaft individuell in unseren Ausstellungen.


Herr Küchler, vielen Dank für das Gespräch.

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