Ölheizungsverbot? – Nein!

Ölheizungsverbot? – Nein!

Fossile Heizungen: grosse Verunsicherung


«Die Ölheizung wird doch in einigen Jahren verboten, was mache ich dann?» So und ähnlich äussern sich Heizungsbesitzerinnen und -besitzer immer öfter gegenüber den Fachberatern der Informationsstelle Heizöl. Die Verunsicherung ist gross. Ein Faktencheck.

Mustervorschriften der Kantone - MuKEn

In den vergangenen Jahren wurden die Gesetzgebungen im Energiebereich laufend angepasst. Begonnen hat es im Bereich der kantonalen Energiegesetzgebungen (MuKEn 2014). Weiter ging es mit der Revision der Luft-Reinhalte-Verordnung und seit neuestem mit der Revision des CO2-Gesetzes. Die Tendenz ist klar: Es soll schwerer werden, Öl- und Gasheizungen zu ersetzen.

Da die Regelwerke an verschiedenen Orten angesiedelt sind, ist es für die Kundschaft schwierig den Überblick zu behalten. Entsprechend gross ist die Verunsicherung. Dies gilt umso mehr, als das Regelwerk immer wieder so dargestellt wird, dass bei den Kunden der Eindruck erweckt wird, ein Ersatz der Ölheizung sei verboten. Doch dies entspricht nicht der Realität, wie ein Faktencheck zeigt.

Verschärfte Vorschriften

Weder in den neuen kantonalen Energiegesetzgebungen (MuKEn 2014), die in den Kantonen fortwährend eingeführt werden, noch in den Diskussionen zur Revision des CO2-Gesetzes taucht ein Ölheizungsverbot auf. Allerdings verteuern die Regulierungsansätze künftig den Ersatz von fossilen Heizungen. Entweder müssen erneuerbare Energien (z.B. Solaranlage) mit einer fossilen Heizung kombiniert werden oder die Gebäudeisolation ist zu verbessern.

MuKEn 2014

In den Mustervorschriften der Kantone gibt es 11 Standardlösungen. Zusammengefasst handelt es sich erstens um Kombinationslösungen, zweitens um Lösungen zum Wechsel des Energieträgers (z.B. Wärmepumpe) und drittens um Isolationsmassnahmen. Bei allen Varianten verdoppeln sich die Investitionskosten nahezu. Die neuen kantonalen Energiegesetzgebungen sind aber noch nicht in allen Kantonen umgesetzt. Wo sie noch nicht in Kraft sind, können in die Jahre gekommene Ölheizungen nach wie vor durch neue Ölheizungen 1:1 ersetzt werden. Und selbst in jenen Kantonen, in denen die MuKEn bereits in Kraft sind, dürfen alte durch neue Ölheizungen ersetzt werden, wenn die entsprechenden Auflagen eingehalten werden.

Informationen zu den Standardlösungen gemäss MuKEn


  • SL 1 Sonnenkollektoren für Warmwasser (Standardlösung 1):
    Für die Warmwasseraufbereitung wird die Wärme durch Solarkollektoren auf dem Dach gewonnen. Hier gibt es ein vielfältiges Angebot, oft als Paketlösung erhältlich. Kosten EFH: ca. Fr. 15‘000.–

  • SL 7 Warmwasserwärmepumpe mit Photovoltaik (Standardlösung 7):
    Der Wärmepumpen-Boiler gewinnt die Wärme für die Warmwasseraufbereitung oft direkt aus der Raumluft. Im Winter bringt die Ölheizung die notwendige Unterstützung. Die zusätzlich verlangte Photovoltaik entspricht einer Anlage von ca. 1 kW – empfohlen werden aber 2 bis 3 kW. Kosten EFH: ca. Fr. 15‘000.–

  • SL 6 Wärmekraftkopplung (Standardlösung 6):
    Bei dieser Lösung erzeugt ein Dieselmotor gleichzeitig elektrische Energie und Wärme.

  • SL 8 Ersatz der Fenster (Standardlösung 8):
    Diese Variante ist erfüllt, wenn im gesamten beheizten Gebäudeteil alte Isolier- oder Doppelverglasungen (U-Wert ≥ 2,0 W/m2K) mit 3-fach verglasten Fenstern (U-Wert Glas ≤ 0,7 W/m2K) ersetzt werden.

  • SL 9 Wärmedämmung von Fassade und/oder Dach/Estrichboden (Standardlösung 9)

  • SL 10 Bivalente Heizung (Hybridlösung) (Standardlösung 10):
    Ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie (mindestens 25% der im Auslegungsfall notwendigen Wärmeleistung) wird mit einem Ölbrennwertkessel für die Spitzenlast kombiniert (Heizung und Warmwasser ganzjährig).

  • SL 11 Kontrollierte Wohnungslüftung (Standardlösung 11):
    Neu-Einbau einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung


Weitere Informationen im Leitfaden MuKEn für Ölheizungen


Die Informationsstelle Heizöl berät zu Fragen der Gesetzgebung im Energiebereich

Die Fachleute der Informationsstelle Heizöl stehen für Beratungen über moderne Heizsysteme kostenlos zur Verfügung.
Gratisnummer für allgemeine telefonische Energieberatung: 0800 84 80 84 oder www.heizoel.ch

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