Luftverschmutzung: gesundheitliche Risiken für die «Indoor Generation» bisher unterschätzt

Luftverschmutzung: gesundheitliche Risiken für die «Indoor Generation» bisher unterschätzt

17. Mai 2018 | Szene

Eine neue Studie besagt nicht nur, dass viele Schweizer die Gefahr der Innenluftraumverschmutzung verkennen, sondern auch, dass sie bis zu 90 Prozent des Tages in Gebäuden verbringen. Darurch steigen gesundheitliche Risiken. Für die vom Fensterhersteller Velux initiierte Umfrage wertete das Meinungsforschungsinstitut YouGov die die Angaben von über 16 000 Hausbesitzern in Nordamerika und Europa aus.

«Werden Personen zum Thema Luftverschmutzung befragt, denken sie in erster Linie an grosse Fabriken oder an Autoemissionen in frequentierten Stadtgebieten», erklärt Peter Foldbjerg. Für den Experten für Tageslicht und Raumklima ein Trugschluss: Denn der Grossteil der Befragten verbringt kaum Zeit im Freien, sondern bis zu 21 Stunden täglich in Gebäuden.

Die «Indoor Generation» verbringt bis zu 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen. (Bild: Shutterstock)

Die «Indoor Generation» verbringt bis zu 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen. (Bild: Shutterstock)

Dieser Tatsache trägt die Bezeichnung «Indoor Generation» Rechnung. Diese Generation ist sich gemäss der Umfrage nicht bewusst, dass die Innenraumluft bis zu 5-mal stärker verschmutzt sein kann, als die Luft im Freien.

Schlechte Luftqualität in Innenräumen
Wie die repräsentative Studie aufzeigt, glauben 64 Prozent der Schweizer nicht an einen Unterschied der Luftqualität von Innen- und Aussenluft. Tatsächlich führen aber schon alltägliche Aktivitäten wie Atmen, Schlafen, Kochen, Putzen, Duschen zur Verschmutzung der Raumluft: Eine vierköpfige Familie produziert durchschnittlich 10 Liter Feuchtigkeit am Tag. Wird nicht genug gelüftet, können feuchte Häuser oder im Extremfall Schimmelbildung die Folge sein. Somit kann sich auch das Risiko von Atemwegs- oder Lungenerkrankungen erhöhen.

Ein weiterer Grund für die schlechte Luftqualität in Innenräumen sind Schadstoffe, die in vielen Haushaltsgegenständen und Putzmitteln zu finden sind. Auch Baumaterialien können schädliche Substanzen beinhalten und die Luftqualität verschlechtern. Dementsprechend lebt jede sechste Person in Europa in einem «ungesunden» Gebäude.

Bewusstsein für Risiken gering
Die Umfrage macht deutlich, dass hinsichtlich der täglichen Verweildauer in geschlossenen Räumen eine grosse Abweichung zwischen der Wahrnehmung vieler Menschen und der Realität besteht. Tatsächlich waren lediglich 11 Prozent der befragten Hauseigentümer in der Schweiz der Meinung, sich pro Tag 21 Stunden oder mehr in Gebäuden aufzuhalten. Für Peter Foldbjerg ein Zeichen, dass wir uns zu wenig mit den Auswirkungen unserer häuslichen Lebensgewohnheiten auf Körper und Geist beschäftigen: «Die Meisten starten früh am Morgen, verbringen acht bis zehn Stunden am Arbeitsplatz, danach ein schnelles Training in einem feuchten Fitnesscenter. Zeit an der frischen Luft verbringen wir somit immer weniger.»

Der Experte für Tageslicht- und Raumklima nennt sechs einfache Tipps, um die Luftqualität in geschlossenen Räumen zu verbessern:

  • Fenster mindestens drei- bis viermal pro Tag öffnen und lüften.
  • Beim Duschen die Badezimmertüre schliessen und die Lüftung einschalten oder ein Fenster öffnen.
  • Beim Kochen ein Fenster öffnen und den Dampfabzug einschalten.
  • Kleider nicht in der Wohnung trocknen lassen.
  • Nicht zu oft Kerzen anzünden.
  • Regelmässig reinigen.

Weitere Informationen zur Studie

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