Komplexes Express-Projekt

Komplexes Express-Projekt

Der Zeitdruck war gross und das Projekt nicht alltäglich: Innerhalb von zwei Monaten sollte die MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG ein Rondell von zehn Metern Höhe für Fussgänger planen, fertigen und auch gleich noch montieren – ein komplexer Auftrag. Das Attisholz-Areal in Riedholz bei Solothurn, seit geraumer Zeit eine Industriebrache, wird in den kommenden 30 Jahren rundum erneuert (siehe Kasten). Das Rondell spielt bei der Erschliessung des Areals eine wichtige Rolle. Es gewährt Fussgängern einen einfacheren Zugang und gehbehinderte Menschen können über die Rampe die tiefergelegene Ebene ebenfalls erreichen

Detailplanung am Computer Seit Juli 2018 ist das Rondell der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG in Betrieb. Vorangegangen war ein intensiver Prozess, der auf Seiten von MSE viele Ressourcen in Anspruch nahm. Von der Halter AG, der Besitzerin des Areals, waren einige wenige Parameter wie die Höhe und die Anzahl Drehungen des Rondells vorgegeben. «Die Detailplanung des Rondells haben wir aber selbst übernommen. Dabei hat uns die Arbeit mit unserem 3D-CAD-Programm sehr geholfen», sagt Thomas Leuthard, MSE-Objektleiter im Werk Däniken. Die räumliche Darstellung am Computer erleichterte die Planung der weiteren Arbeitsschritte erheblich. Die verschiedenen Betonelemente konnten dadurch im Werk Däniken so exakt gefertigt werden, dass sie bei der Endmontage vor Ort haargenau passten.

   

Imposante Dimensionen
Dies ist gar nicht selbstverständlich, wenn man sich die Dimensionen des Rondells vor Augen hält: Es überwindet einen Höhenunterschied von zehn Metern und der Aussendurchmesser beträgt 17 Meter. Der Gehweg ist drei Meter breit, insgesamt rund 160 Meter lang und weist ein Gefälle von rund sechs Prozent auf. 29 Betonplatten mit einem Gewicht von bis zu elf Tonnen bilden die Rampe. Getragen werden die Platten von 16 Stützen. Die Montage des gesamten Rondells dauerte nur eine Woche, mitunter weil alle Bauteile passgenau angefertigt wurden.

Stabil auch bei grossen Massen
In der Planungsphase des Rondells hat das Team um Thomas Leuthard auch Sicherheitsaspekte einkalkuliert. Betritt eine grosse Menschenmasse das Rondell zur gleichen Zeit, muss das Bauwerk den Druck aushalten. «Das Rondell muss hohe Belastungen tragen. Wir haben die Vorgaben zur Stabilität gemäss den SIA-Normen geprüft und dies bei der Fertigung der Elemente berücksichtigt», erklärt Leuthard. Die Rampe des Attisholz-Areals muss mindestens 400 kg pro Quadratmeter tragen.

Mit dem Rondell ist eine der ersten Bauten, die für das erneuerte Attisholz-Areal stehen, termingerecht fertiggeworden. Dank dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG konnte dieses komplexe Projekt innert kürzester Zeit abgeschlossen werden

Entwicklung bis in die 40er-Jahre
Eine Industriebrache erwacht zu neuem Leben. Fast 130 Jahre lang war das Attisholz-Areal im solothurnischen Riedholz eine Produktionsstätte für Zellulose, ehe 2008 der Betrieb eingestellt wurde. Nun erlebt es eine schrittweise Aufwertung: In den kommenden 20 bis 30 Jahren entsteht nach und nach ein vielseitiger und lebendiger Ortsteil mit Wohn- und Arbeitsraum, Bildungseinrichtungen, Gastronomie und lebendiger Kunst- und Kulturszene. Der raue Charme der Industriebauten soll dabei erhalten werden.
www.attisholz-areal.ch

Verlinkung Betonmagazin

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