Hände im Himmel gewinnen Start-up-Preis

Hände im Himmel gewinnen Start-up-Preis

Katharina Weber | 21. Jan 2020 | Swissbau 2020

Das Zürcher Start-up Voliro gewinnt mit seinen Servicedrohnen den ersten «ConTech»-Wettbewerb in der Kategorie «Building». Fünf junge Unternehmen präsentierten auf der Swissbau ihre innovativen Ideen, das Publikum kürte den Sieger.

ConTech-Wettbewerb
Fünf Finalisten kämpften um den Sieg beim ersten «ConTech»-Contest auf der Swissbau. Aus 60 Einreichungen trafen sechs Juroren eine Vorauswahl. Foto: Cynthia Lind


Oberflächen von Brücken oder Windkraftanlagen in luftiger Höhe zu reinigen oder zu beschichten, ist aufwendig, wenn nicht sogar gefährlich. Die Arbeiten erfordern meist Seilteams und den Bau von Gerüsten oder Kranwagen, was kostspielig und zeitaufwendig ist. Das Zürcher Start-up Voliro löst dieses Problem mit autonomen Flugrobotern, sogenannten Servicedrohnen. Wie Hände im Himmel inspizieren und warten die fliegenden Helfer die Bausubstanz, sie tragen Flüssigkeiten auf und bekämpfen sogar Brände. Dank eingebauter Sensoren können die Drohnen nicht nur fliegen und «sehen», sondern auch «tasten» und zeichnen damit wichtige Informationen über den Zustand des Bauwerks auf. Diese einfache, aber bestechende Idee wählten die Swissbau-Besucher zum Sieger des ersten «ConTech»-Contest in der Kategorie «Building», bei dem fünf ausgewählte Startups ihre Innovationen vorstellten.

Servicedrohnen von Voliro
Eine Voliro-Drohne besprüht den Dachabschluss der Fassade des Spital Limmattal. Der Einsatz der Flugroboter soll kostengünstiger und 10 bis 20 Mal schneller sein als die herkömmliche Arbeitsweise mit Gerüsten. Foto: Voliro


Patentierte Solarmodule
Auch die vier anderen Finalisten verdienen Aufmerksamkeit. Das Genfer Unternehmen Atome beispielsweise kombiniert Modulbau mit Energieeffizienz. Ihre patentierten Solarmodule ernten Sonnenenergie und speichern sie in Salzwasserbatterien. Das Gebäude bleibt ans Netz angeschlossen, so dass Energieüberschüsse umverteilt und gewinnbringend eingespeist werden können. Atome-Häuser werden auch auf Nachbarschaftsebene verknüpft und die Energieerzeugung optimiert und vergemeinschaftet.

Atome-Häuser
Atome-Häuser sind dank ausgeklügelter Solarmodule energetisch autonom, untereinander vernetzt und geben ihren Überschuss ans allgemeine Stromnetz ab. Bilder: Atome


Digitale Projektsteuerung
«Nie wieder Papierkram» lautet das Motto eines weiteren Finalisten. Mit der neuen App Capmo kann der Projektleiter alle Gewerke direkt und übersichtlich steuern und somit bei der Dokumentation bis zu 70 Prozent an Kosten einsparen.

Capmo-Software
Mit Capmo haben Bauleiter und Architekten das gesamte Projekt in einer einzigen App vereint. Foto: Capmo


Nachhaltige Kreislaufwirtschaft
Das Unternehmen Fen X AG stellt aus lokalen mineralischen Abfällen und Naturmaterialien wiederverwertbare Schaumstoffe mit beliebiger Porosität her. Am Ende der Lebensdauer werden die Dämmstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft bei der Herstellung neuer Schaumstoffe wieder eingesetzt. Alle Produkte der Fen X AG entsprechen den Schweizer Normen für die Bauindustrie und verbinden Nachhaltigkeit mit Leistung.

Bauprodukte von Fen X
Neben Dämmplatten stellt die Fen X AG aus mineralischen Abfällen auch Mauersteine und Bauteile nach Kundenwunsch her. Bilder: Fen X AG


3D-Druck
Leistung bringt auch die Freiburger Firma Mobbot auf die Baustelle. Sie lässt einen Roboter in 3D-Beton Kabelschächte drucken. Dazu fertigt der Roboter zunächst einen 3D-Scan der Situation an. Aufgrund dessen entwirft er ein digitales Modell, welches er wiederum direkt in 3D druckt. Ein massgeschneiderter Kabelschacht wird innerhalb von circa fünf Stunden fertiggestellt – ein echter Zeitgewinn.

Roboter druckt 3D-Beton
Der Roboter scannt die Situation auf der Baustelle, berechnet und druckt das Bauteil in wenigen Stunden. Grafik: Mobbot


Sichtbarkeit für Start-ups
Ausloberin des Wettbewerbs war die unabhängige Innovations-Plattform Swissproptech. «Wir unterstützen junge Start-ups darin, ihre Ideen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft erfolgreich zu etablieren und verhelfen somit der gesamten Branche zu mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit», so Joanna Demkow-Bartlomé, Leiterin von Swissproptech. «Der ‹ConTech›-Contest soll den vielen spannenden Entwicklungen der Bauwirtschaft Sichtbarkeit verschaffen. Unsere sechsköpfige Fachjury hat aus 60 Einreichungen die fünf interessantesten für die Kategorie ‹Building› vorselektioniert, die endgültige Entscheidung traf aber das Publikum.»

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