Energieetikette für Fenster

Energieetikette für Fenster

mgt | 5. Februar 2019 | Fachwissen

Seit dem 1. Januar 2015 gibt es in der Schweiz die Energieetikette für Fenster. Sie wird getragen vom Schweizerischen Fachverband Fenster- und Fassadenbranche (FFF) und von der Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassaden (SZFF) sowie dem Bundesamt für Energie (BFE).



Die vom Bund und den beiden grössten Verbänden der Schweizer Fenster- und Fassadenbranche eingeführte Energieetikette ist nur auf dem Schweizer Markt anwendbar. Die EU kennt bisher keine offizielle Energieetikette in dem Bereich. Eine Gesamtlösung bezüglich eines einheitlichen europäischen Energielabels für Fenster ist derzeit nicht in Sicht. Die SZFF ist zusammen mit 16 weiteren Verbänden aus ganz Europa Mitglied von EuroWindoor AISBL, dem europäischen Dachverband der Fenster-, Türen- und Fassadenbauer, der auch das Thema Energielabel regelmässig auf der Agenda hat. Ein einheitliches Label scheiterte bisher vor allem an den unterschiedlichen Optimierungskriterien der einzelnen Länder.

Energieetikette für Lochfenster
Die Energieetikette für Fenster beurteilt die energetische Qualität (Effizienz) des Fensters im Winterfall. Für die Bewertung der Energieeffizienz eines Fensters dient der energieäquivalente U-Wert Uw,eq für ein Referenzfenster mit einer Fläche von 1,55 m x 1,15 m (Rahmen und Glas). Die Bewertung bezieht sich auf Fensterkonstruktionen, die mehrheitlich bei Einfamilienhäusern eingesetzt werden. Der energieäquivalente U-Wert berücksichtigt nebst den Heizwärmeverlusten auch die solaren, nutzbaren Energiegewinne, das heisst, die Erwärmung des Raumes durch Sonneneinstrahlung.

Damit zeigt die Energieetikette, welche Fenster geringe und welche hohe Wärmeverluste aufweisen. Oder ob mit einem Fenster über die Heizperiode betrachtet unter dem Strich sogar Wärmegewinne erzielt werden können. So können verschiedene Fenstersysteme verglichen und auch das Potenzial von Fenstersanierungen konkret aufgezeigt werden.

Die Schweizer Energieetikette hebt sich grundlegend von anderen Labels ab. Ein wesentliches Merkmal ist, dass die Energieetikette nicht auf einer Eigendeklaration des Fensterherstellers beruht, sondern der Erteilung der Etikette immer eine Überprüfung durch eine unabhängige Kommission mit Vertretern der beiden Trägerverbände sowie der EMPA und der Berner Fachhochschule - Architektur, Holz und Bau BFH-AHB vorausgeht. Voraussetzung für die Zertifizierung sind normgerecht nachgewiesene Leistungswerte sowie eine fremdüberwachte WPK (werkseigene Produktionskontrolle). Damit wird Architekten und Bauherren garantiert, dass die Zertifikats-Vergabe strengen Kontrollen unterliegt.

Die Anforderungen für die Energieetikette ist derzeit für 2-flüglige Lochfenster sowie Dachflächenfenster festgelegt. Die aktuelle Liste mit zertifizierten Firmen und ihren Systemen sind hier ersichtlich.

Anforderungen an weitere Typen in Arbeit
Es zeigt sich jedoch, dass der Markt ein grosses Interesse daran hat, Energieetiketten auch für Hebe-Schiebe-Elemente zu zertifizieren. In Arbeitsgruppen beider Verbände werden derzeit die Anforderungen an die Zertifizierungen für dieses Bauteil definiert. Mit einer Umsetzung ist im Jahr 2019 zu rechnen. Diese Entwicklung findet auch die Zustimmung des BFE.



Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Schweizerischen Zentrale für Fenster und Fassaden (SZFF) veröffentlicht.


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