«Durchdachte Lichtplanung zahlt sich aus»

«Durchdachte Lichtplanung zahlt sich aus»

Katharina Weber | 13. November 2018 | Fachwissen

Der Einfluss von Licht auf das Wohlbefinden ist für jeden spürbar, auch ohne die Gesetze der Quantenphysik zu verstehen. Bis in die Neuzeit war völlig unklar, was Licht eigentlich ist. Man glaubte, die Helligkeit würde den Raum ohne Zeitverzögerung erfüllen. Der griechische Philosoph Pythagoras stellte sich unter Licht heisse Sehstrahlen vor, die von den Augen ausgingen. Heute weiss man es vermeintlich besser, dennoch haftet dem Phänomen Licht nach wie vor etwas Geheimnisvolles an. Um Licht ins Dunkel zu bringen, sprechen wir mit Sandro Basso von der Swisslux AG über gutes und schlechtes Licht, die Verbindung von Licht und Architektur und die Intelligenz hochwertiger Leuchten.


Im 1958 vom Architekten Oscar Niemeyer fertig gestellten Hotel Brasilia Palace schweben die Bubbles medusenartig über der Hotel-Lobby und geben dem Gast einen optischen Blickfang im ansonsten schlicht gehaltenen Gebäude. bubblelamp.ch Foto: codeslite.ch


Herr Basso, als Marketingleiter der Swisslux AG beschäftigen Sie sich tagtäglich mit Licht. Was macht gutes oder schlechtes Licht aus?
Unserer Meinung nach gibt es kein «schlechtes» Licht, eher falsch eingesetztes Licht. Damit meinen wir unnötige Lichtemissionen in schlecht geplanten Gebäuden wie die Dauerbeleuchtung von Treppenhäusern und ähnliche Verkehrszonen. Gutes Licht hingegen brennt nur dann, wenn es der Sehaufgabe des Menschen dient und brennt deshalb auch nur so lange wie nötig. Zudem fördert gutes Licht das Sicherheitsgefühl wie auch das Wohlbefinden der Nutzer. Dabei denken wir vor allem an tageslichtabhängiges Licht in Schulen und an Arbeitsplätzen.

Licht und Architektur sind eng miteinander verbunden. Mit welchen Mitteln kann die richtige Beleuchtung Architektur unterstützen?
Die Architektur berücksichtigt das natürliche, vorhandene Umgebungslicht und den Lichteinfall im Gebäude. Durch den gezielten Einsatz von Kunstlicht entsteht die gewollte Verbindung von Architektur und Licht. Unser Angebot deckt den gesamten Bedarf an Infrastrukturleuchten eines Wohn- oder Zweckbaus ab. Dank der intelligenten Steuerung kommunizieren alle Leuchten miteinander und erzielen einen Schwarmeffekt im Gebäude. Deshalb läuft das Licht über mehrere Leuchten mit, wenn jemand beispielsweise durch die Tiefgarage, den Korridor oder das Treppenhaus geht, und erlischt, wenn es nicht mehr benötigt wird.


Die Anwendungsfelder für die Twindot-Systeme und eine biodynamische Beleuchtung (HCL) reichen von Büroarbeitsplätzen, Konferenzbereichen, Empfangszonen bis zu Praxisräumen im Gesundheits- und Pflegewesen. rzb.de

Die Beleuchtung schaltet sich nicht nur ein und aus, sondern reguliert die Helligkeit in Abhängigkeit des Umgebungslichts. Durch das sanfte Hochfahren der Beleuchtungsstärke hat das Auge Zeit, sich an die Helligkeit zu gewöhnen und ist nicht dem abrupten Wechsel von Dunkel auf Hell ausgesetzt. Das Ergebnis ist bedarfsgerechte Beleuchtung dort, wo sie gebraucht wird und so lange wie nötig. Dank Erfassung der Präsenz wird auch der Arbeitsplatz tageslichtabhängig optimal ausgeleuchtet.

Welche Technologien, Materialien und Formen sind bei Beleuchtungskörpern aktuell besonders gefragt?
Die zunehmende Vernetzung in Gebäuden rücken neue Aspekte der Energieeffizienz und des Komforts in den Vordergrund. Unsere Lösung Trivalite kombiniert die Vorteile hocheffizienter LEDs mit der präzisen Steuerung durch leistungsfähige Sensoren. Die intelligenten Leuchten vernetzen sich selbständig via Funk oder Draht. Bei der Wahl der Materialien achten wir besonders auf die Qualität der Komponenten und eine hochwertige Verarbeitung. Die Leuchten müssen die hohen lichttechnischen Anforderungen erfüllen. Bezüglich Formen sehen wir keine eigentlichen Trends, denn das zeitlose Design der Leuchten richtet sich nach der Anwendung – Form follows function.

Worauf legen Sie bei der Entwicklung von Lichtkonzepten besonderes Augenmerk?
Die Herausforderung für uns als Hersteller besteht darin, den Stand der Technik derart in Leuchten zu integrieren, damit diese auch einfach geplant und installiert werden können. Ziel der Beleuchtung ist – neben dem Komfort – höchste Effizienz und Langlebigkeit in Betrieb und Unterhalt. Dies bedeutet auch, dass während dem Betrieb alle Parameter wie Beleuchtungsstärke, Gruppenzuordnung etc. jederzeit im Handumdrehen über eine App ohne teure Eingriffe angepasst werden können.

Welche Fehler sollte man bei der Lichtplanung tunlichst vermeiden?
Eine gute Lichtplanung stellt das Bedürfnis der Menschen in den Vordergrund, und die Lichtstimmung hat einen nicht unerheblichen biologischen Einfluss. Deshalb empfehlen wir, sich nicht aufgrund vermeintlich hoher Investitionskosten gegen hohe Beleuchtungsqualität zu entschieden. Auf lange Sicht führt eine clevere Planung mit einer intelligenten Beleuchtung immer zu besseren Ergebnissen bezüglich Wohlbefinden und Kosteneinsparungen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sandro Basso
Sandro Basso ist seit 2017 Leiter für Marketing und Kommunikation der Firma Swisslux AG und verfügt über langjährige Branchenerfahrung in Gebäude- und Elektrotechnik. Die Firma mit Sitz in Oetwil am See/ZH ist Marktführerin mit Bewegungs- und Präsenzmeldern der Marke B.E.G.. Das Unternehmen beliefert den Schweizer Markt mit intelligenter Beleuchtungstechnik, welche die Nutzung und den Unterhalt von Gebäuden vereinfacht und mehr Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz garantiert.






Das Gespräch führte Katharina Weber.

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