Boden als Gestaltungselement

Boden als Gestaltungselement

Daniel Heusser | 5. März 2019 | Fachwissen

In einem Baukörper nimmt der Boden, einmal abgesehen von der Decke, die grösste Fläche ein. Trotzdem wird dem Boden oftmals nicht die benötigte Aufmerksamkeit geschenkt, gerade oder vor allem wenn es sich um Neubauten handelt. Bei Neubauten wird viel geredet über Minergie, Fenster, Heizungstechniken, Fassaden, Küchen und weiter mehr. Doch wo bleibt der Boden?

Die korrekten Bodenbeläge auszuwählen ist gar nicht so einfach. Ein Fachmann weiss, welcher Boden zu welchem Untergrund passt, kann die Vorstellungen und Bedürfnisse des Bauherrn analysieren und Lösungsvorschläge unterbreiten.

Teppiche – behaglich und viel Wohnkomfort

Jordan Suisse bietet Teppichböden in Ornamentoptik an

Die textilen Bodenbeläge, also Teppiche, sind vielerorts, gerade im Privatbereich, etwas ins Hintertreffen gelangt. Dies muss nicht sein, denn Teppiche sind grundsätzlich ein sehr dankbarer Bodenbelag. Textile Böden sind luftdurchlässig (die Untergrundfeuchtigkeit ist vernachlässigbar), bieten hohen Gehkomfort und sind für Allergiker ideal, da sie den Staub binden. Teppiche sind heutzutage in unzähligen Qualitäten, Varianten und Farben lieferbar und bieten immer warmen Wohnkomfort. Auch die Mär mit den Milben ist ein hartnäckiges Vorurteil. Milben können erst ab einer Luftfeuchtigkeit von 55 % entstehen. In den allermeisten Wohnungen und Häuser hat man aber gerade mit zu niedrigen Luftfeuchtigkeiten zu kämpfen. Das ist kein Nährboden für Milben. Teppiche gibt es aus Naturfasern oder auch aus synthetischen Fasern, je nach Belieben, Geschmack und Einsatzort. Teppiche sind zudem meist schwer entflammbar.


Parkett – das Naturprodukt schlechthin

Purline Fischgrät von Wineo

Parkett besteht aus mindestens 2,5 mm Nutzschicht und ist ein klassisches Naturprodukt. Parkett bietet Natürlichkeit, eine sehr lange Lebensdauer, kann je nach Nutzschicht mehrmals abgeschliffen werden und eignet sich, bei entsprechender Behandlung, auch vorzüglich im Aussenbereich und sogar in Nasszellen. Noch ökologischer wäre beispielsweise ein Korkboden, weil beim Kork nur die Rinde abgeschält wird, welche wieder nachwächst. Ebenfalls ökologisch unbedenklich sind Holzböden aus Bambus, da Bambus pro Tag bis zu einem Meter wachsen kann. Es existiert eine schier unüberschaubare Anzahl an Ausführungen für Parkett. Eine fachkundige Beratung durch kompetente Fachleute ist deshalb gerade bei Parkett sehr empfehlenswert. Parkett muss nicht zwingend ein glatter Boden sein. Es gibt heutzutage unzählige Oberflächenbehandlungen wie sägerau, gebürstet, handgehobelt und viele mehr. Dies verleiht dem Parkett seine Einzigartigkeit.

Designbeläge – voll im Trend

In der Staatsgalerie in Stuttgart kamen Kautschukbeläge von Nora Systems zum Einsatz.

Sehr im Trend sind die sogenannten Designbeläge. Diese bieten den Vorteil, dass sie in einer unendlichen Vielfalt angeboten werden. Es sind sogar strukturierte Oberflächen möglich. Zudem sind diese sehr hygienisch und deshalb in vielen Spitälern, Altersheimen u.ä. anzutreffen. Sind diese Beläge aus PVC, können sie sogar zu 100% recycliert werden. Weichmacher wie Phtalate sind Gifte, welche aus vielen Designbelägen verschwunden sind. Das seit über 150 Jahren bekannte Material Linoleum ist nicht, wie landläufig oftmals gemeint wird, ein Kunststoff, sondern ein 100 % natürliches Material. Designbeläge werden meist in Platten geliefert. Die Platten werden dann miteinander verschweisst, verklebt und bilden zusammen eine harmonische Einheit. Selbstverständlich können zu einem späteren Zeitpunkt einzelne Platten nach Belieben jederzeit ausgewechselt werden. Viele Designbeläge werden versiegelt geliefert. Jede Versiegelung kann abgeschliffen und wieder neu versiegelt werden, damit halten solche Designbeläge ein Leben lang.

Designbeläge von Project Floor haben eine Nutzschicht von 0.55 mm

Freilich existieren noch eine ganze Anzahl von weiteren Bodenbelagsarten. Zudem existieren auch spezielle Konstruktionen wie Doppelböden, wo dann vor allem Plattenware zum Einsatz kommt. Platten, statt Rollenware, sind für textile Böden und Designbeläge lieferbar und sehr beliebt, können diese doch im Schadenfall einzeln ausgewechselt werden.

Doch sind die gewünschten Bodenbeläge einmal ausgewählt, geht es ans Verlegen. Auch diese Arbeit sollte man nur einem Fachmann anvertrauen, denn was nützt einem Bauherrn der schönste Boden, wenn er mangelhaft verlegt wurde. Es lohnt sich durchaus, auch für die Verlegung etwas zu investieren, damit man lange Freude am schönen Boden hat. Bei einer Verlegung kann der Boden-Parkettleger nämlich noch weitere Arbeiten ausführen, wie eine korrekte Untergrundvorbereitung, das Zusammenspiel mit einer Bodenheizung, Montage von Übergangsprofilen und Sockelleisten und natürlich die gänzlich korrekte Entfernung und Entsorgung allfälliger alter Bodenbeläge.

Die Schweizerische Bodenbelagsbranche ist eine sehr lebendige Branche. In fast jedem Dorf in der Schweiz ist ein Bodenbelagsfachgeschäft anzutreffen. Boden-Parkettleger können alle Arten von Bodenbelägen kompetent verkaufen und verlegen. Weitere Informationen erteilt der Branchenverband Boden Schweiz (www.bodenschweiz.ch). Auf der Homepage sind auch Hunderte von geprüften und ausgewiesenen Bodenbelagsfachgeschäften aufgeführt. Und wer bei Problemen gar nicht mehr weiter weiss, kann ebenfalls Boden Schweiz kontaktieren, wo eine neutrale Beratung bis hin zu Expertisen stattfinden kann.

Boden Schweiz
Sol Suisse
Pavimenti Svizzeri

Industriestrasse 23
5036 Oberentfelden
Tel. 062 822 29 40

Mail: info@bodenschweiz.ch
www.bodenschweiz.ch

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