Baustoff Holz: die Vorteile

Baustoff Holz: die Vorteile

Hansueli Schmid, Lignum | 8. Mai 2019 | Fachwissen

Ökologische Vorteile Kreislauf Nachhaltigkeit Holz
Nachhaltigkeitskreislauf, Grafik: Lignum

Holz als Baustoff bietet in allen Bereichen deutliche Vorteile:
• CO2 Senkenleistung in Form lebender Bäume in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.
• CO2 Senkenleistung im Baumaterial solange diese stofflich wiederverwendet und recycelt werden.
• Substitutionseffekt: Holz kann energieintensive Baustoffe und nicht erneuerbare Energiequellen ersetzen.
• Holz ist wiederverwendbar und recycelbar und im Vergleich zu Stahl oder Zement auch weniger energieintensiv.
• Lokale Beschaffung führt zu einem geringeren Transportbedarf und weniger Kraftstoffverbrauch.

Die Ökologie von Gebäuden muss mittels einer Lebenszyklusanalyse (LCA) über den gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Nutzung und Entsorgung) betrachtet werden. Die anerkannten Hauptindikatoren (ISO Label Typ III), an welchen die Umweltauswirkungen eines Gebäudes gemessen werden können sind:
• Graue Energie (Primärenergie nicht erneuerbar)
• Betriebsenergie
• Treibhausgasemissionen (GWP)

Um die Indikatoren zu beurteilen gibt es Systeme (ISO Label Typ II) wie Umweltbelastungspunkte (UBP) wo zusätzliche Indikatoren beigezogen sowie Indikatoren gewichtet und zusammengezählt werden. Labels wie Minergie und DNGB, definieren zusätzlich eigene Anforderungsniveaus anhand derer Gebäude ausgezeichnet werden können.




Graue Energie

CO2-Emissionen im Vergleich
CO2-Emissionen pro Quadratmeter im Vergleich, Grafik: Lignum

Für Altbausanierungen steht richtigerweise primär die Optimierung der Betriebsenergie im Zentrum. Relevant wird der Anteil der Grauen Energie besonders in Neubauten, wo er oft mehr als 50 Prozent des Energieverbrauchs über den gesamten Lebenszyklus ausmacht. Entsprechend sind bei Neubauten in Bezug auf Energie immer beide Indikatoren zu berücksichtigen.

Die Graue Energie der Baumaterialien ist nicht nur ein wesentlicher Energie- und Kostenfaktor in der Baubranche, sondern ein globaler Klimafaktor von kolossalem Ausmass. Die Auswirkungen sind weit grösser als aus dem Flugzeugverkehr und können durch Warenimporte leicht in andere Länder externalisiert werden!

Jedoch wird die Graue Energie nur im Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft oder bei Minergie ECO mitberücksichtigt. In vielen Labels und grünen Immobilienfonds auf dem Finanzmarkt ist die Graue Energie oft noch völlig unbeachtet selbst in der Energiestrategie des Bundes ist nichts dergleichen zu finden.


Der Artikel erschien erstmalig in der Broschüre «Argumente für Holz» von Lignum – Holzwirtschaft Schweiz.

Die vollständige Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Broschüren zum Thema Holz bei Lignum – Holzwirtschaft Schweiz


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