Sicherheit und Minergie ohne Beeinträchtigung der Ästhetik

Sicherheit und Minergie ohne Beeinträchtigung der Ästhetik

Von schärferen Richtlinen für Sicherheit und Energieeffizienz bleiben auch Oberlichter und Lichtkuppeln nicht verschont. So müssen kunststoffverglaste Lichtkuppeln mit baulichen Massnahmen gegen Durchsturz gesichert werden. Und minergiegerechte Dämmwerte erfordern Mehrfachverglasungen und Isolierungen. Architekten und Bauherren sind auf der Suche nach funktionellen Lösungen, die sich mit einer anspruchsvollen Architektur und Ästhetik vereinbaren lassen.
Ein Bericht von Markus Trinkler*
Die eleganteste Lösung verbindet die Durchsturzsicherheit und Wärmedämmung von Isolierglas mit dem einfachen Aufbau und der Wettersicherheit der Lichtkuppeln. Die multiperform-Lichtkuppeln sind für bestehende Lichtkuppeln nachrüstbar.

Die Tageslichttechnik bietet unerreicht effiziente und physiologisch gesunde Lösungen, um Hallen, Säle, Gewerberäume, Unterflurbauten und Wohnhäuser mit gleichmässigem, natürlichen Licht zu fluten. Doch kein Licht ohne Schatten. Die SUVA registriert immer mehr Unfälle im Zusammenhang mit Oberlichtern und Lichtkuppeln. Die Gründe liegen in der intensiveren Nutzung der Flachdächer für Wartungs- und Servicearbeiten der Haustechnik, als Rauch-, Pausen- und Begegnungsstätten in Firmen als private Dachterrassen. Ergo passiert es, dass durch Fehltritte oder Unachtsamkeit die Menschen in die Oberlichter stolpern. Die üblichen Kunststoffverglasungen halten dem nicht stand. Solche Durchstürze können zu schweren Verletzungen führen. Um den steigenden Unfallzahlen entgegenzuwirken, erliess die SUVA strengere Richtlinien.**

Die Kernbotschaft der neuen SUVA-Richtlinien ist eindeutig:
  • Jedes Flachdach gilt als betretbar. Wer es betritt, muss sich darauf verlassen können, nirgendwo ab- oder durchzustürzen.
  • Oberlichter und Lichtkuppeln mit Acryl- oder Polycarbonat-Verglasungen sind nicht dauerhaft durchsturzsicher und deshalb mit baulichen Massnahmen abzusichern.

Glasoberlichter, oder wie hier die Variante als schwellenfreier Glasboden, haben eine durchsturzsichere Isolierverglasung.
Die baulichen Massnahmen
Genau diese eingeforderten baulichen Massnahmen sorgen bei vielen Architekten und Bauherrn für Verunsicherung. Sie sehen ihre schnörkellose Architektur, die coole Transparenz, die lichtdurchfluteten Raumwelten durch sperrige Geländer, klobige Gitter und gespannte Auffangnetze gefährdet. Geht die notwendige Sicherheit zu Lasten der Ästhetik?

Tatsächlich sind die einfachen, kostengünstigen Lösungen optisch präsent, um es neutral auszudrücken. Dazu gehören Stahlgitter, die direkt unter der Kuppel oder zwischen Decke und Aufsetzkranz installiert werden. Auch die edleren Varianten mit filigranen Edelstahlnetzen oder integrierten Sicherheitswannen sind unübersehbar, aber immerhin ansehbar. Ihren Zweck erfüllen alle: Sie sind dauerhaft durchsturzsicher, licht- und luftdurchlässig, grösstenteils für bestehende Licht- und Lüftungskuppeln nachrüstbar und in allen Massen zu haben. Und sie sind – je nach Ausführung – günstig, was vor allem für Gewerbe- und Industriebauten ein Argument ist.

Auf der Suche nach der unsichtbaren Lösung
Doch es gibt auch optisch unauffällige Lösungen, die den Vorschriften entsprechen. Zum Beispiel, indem man die Lichtkuppel auf einen Sockel setzt. Ab 1 m Gesamthöhe von Sockel und Zarge kann niemand mehr in die Lichtkuppel hineinstürzen, das macht Sicherheitsgitter überflüssig. Daraus ergeben sich kreative Möglichkeiten für den Architekten, der mit gestalteten und gerichteten Lichtschächten das Tageslicht richtig inszenieren kann. So entsteht aus der Not, grosse Räume und Hallen gleichmässig zu erhellen, eine Tugend, die aus sonst eher langweiligen Standards ein Erlebnis macht.
Die neueste «unsichtbare» Lösung heisst multiperform und wurde von den Tageslichtspezialisten der Schweizer Cupolux AG entwickelt. Die Lösung ist denkbar einfach, denn das multiperform-Element passt auf alle gängigen Aufsetzkranz-Formate und lässt sich somit ohne grossen Montageaufwand nachrüsten. Seine 2-fache Isolierverglasung ist durchsturzsicher und erreicht eine Minergiegerechte Wärmedämmung bis 0,8 W/m²K. Die Kuppelschale mit dem überkragenden Tropfrand deckt Rahmen und Aufsetzkranz wettersicher ab. Weitere Optionen sind die Ausführung als Lüftungsklappe oder als Oberlicht mit einem Edelstahlrahmen ohne Lichtkuppel.
Bei diesen hohen Sockeln kann niemand in die Acrylglas-Oberlichter hineinfallen, zusätzliche Durchsturzgitter sind nicht erforderlich.

Äussere Sicherheitskennzeichnung
Weil dieser äussere Eindruck – eine Kunststoff-Lichtkuppel ohne Sicherheitsabsperrung oder sichtbares Schutzgitter – nicht den offiziellen Richtlinien entspricht, sind multiperform-Lichtkuppeln auf dem Dach eigens mit einem umlaufenden Sicherheitsstreifen markiert. Er signalisiert, dass diese Lichtkuppel dem höchsten Sicherheitsstandard entspricht und keine Durchsturzgefahr besteht. Die multiperform Lichtkuppel ist nicht teurer als eine Lichtkuppel mit vergleichbaren Qualitäten. Der Durchblick ist ungetrübt von Sicherungsgittern oder dicken Rahmen.

*) Der dipl. Bauingenieur HTL Markus Trinkler ist Inhaber und Geschäftsführer des Schweizer Tageslichtspezialisten Cupolux AG.
**) Unter www.cupolux.ch können Sie die Merkmale von neun Lösungen für Durchsturzsicherung anschauen und als PDF downloaden, ausserdem eine Information über die aktuellen SUVA Richtlinien.

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